Unsere Geschichte

Seit Jørgen Mads Clausen den Park 2005 unter dem Namen „Danfoss Universe“ eröffnete, ist er gemeinsam mit seiner Frau Anette Clausen Stifter des Parks und eine der wichtigsten treibenden Kräfte hinter Universe, der heute auch von der Stiftung „Bitten og Mads Clausens Fond“ (auch „Danfoss fonden“, die Danfoss-Stiftung, genannt) finanzielle Unterstützung erhält. Der Traum war (und ist weiterhin), dass junge Menschen an Natur und Technik wieder Freude finden, um sie zur Umsetzung ihrer Ideen zu inspirieren. 

„Wir haben heute das Problem, dass die Leute sich nicht für Natur und Technik interessieren, weil sie nicht sehen können, wie die Dinge funktionieren“, meint Jørgen Mads Clausen.

„Als ich Kind war, war das ganz anders. Da konnte ich einen Wecker auseinandernehmen, im Inneren die kleine Unruh sehen und beobachten, wie sie die Uhr zum Schlagen bringt. Da hineinzugucken war für mich ein Aha-Erlebnis und als ich herausfand, wie das funktioniert, sagte ich ‚Wow‘ und konnte es mir merken. Aber wer weiß schon wie ein Discman funktioniert? Nicht viele, man kann ihn ja nicht auseinandernehmen. Und wenn man es tut, geht er kaputt – und im Inneren sind so kleine Teile, bei denen man trotzdem nicht herausfindet, wie sie funktionieren.“

„Ich bin ganz klar der Meinung, dass die Tatsache, dass man nicht sehen kann, wie die Technik funktioniert, ein wirkliches Problem darstellt. Das hat zur Folge, dass zu wenig Ingenieure ausgebildet werden. Genau dafür ist der Park gedacht: ein Ort, an dem die Technik anschaulich wird. Junge Menschen müssen viele, viele Aha- und Wow-Erlebnisse haben, denn so lernt man am besten. Das müssen wir schaffen. Wir kennen doch alle dieses Wow-Erlebnis, wenn man plötzlich etwas versteht oder etwas 

Neues kann. Das setzt sich richtig fest in einem und formt einen für den Rest seines Lebens. Vielleicht bekommt man sogar Lust, sich mit den Naturwissenschaften weiter zu beschäftigen – oder man erfindet selbst etwas und gründet irgendwann seine eigene Firma.“

Ist der Park nur etwas für Streber und Nerds?

„Nein, er ist für alle da – auch Mädchen. Das Universe ist zwar kein Vergnügungspark in dem Sinne, aber die Dinge sollen interessant sein und deshalb sollen sie auch Spaß machen. Uns war es sehr wichtig, alles praktisch zu gestalten. Man soll nicht erst ein Schild zur Erklärung lesen müssen. Diese Altersgruppe stellt sich nicht hin und liest einen Text. Die Kinder wollen herumlaufen und erst das eine und dann das nächste ausprobieren. Wir bieten kein systematisches Lehrangebot und es hat auch nichts mit Schulpflicht zu tun. Das Universe soll Appetit machen, sodass die Kinder hoffentlich Lust haben, zuhause oder in der Schule weiter zu forschen.“

„Außerdem wollen wir uns systematisch dafür einsetzen, dass Schulklassen herkommen. Es wird Schulprogramme geben, bei denen die Klassen während ihres Besuchs im Park bestimmte Aufgaben lösen können und es wird Dinge zur Vorbereitung und Projekte nach dem Parkbesuch geben.“

Zu welchem Zweck wurde der Park gebaut?

„Zunächst möchten wir, dass junge Menschen Aha- und Wow-Erlebnisse haben. Darüber hinaus soll der Park zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft beitragen. Er ist Teil von touristischen Bemühungen in Südjütland. Wir erhoffen uns ein Geschäft mit Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft wie etwa Unterkünften, die an den Besuchern verdienen können. Außerdem gehört der Park zur Marke Danfoss und prägt sie. Nicht nur durch das Anbringen von ein paar Logos im Park, sondern auch indem wir zeigen, dass wir Interesse an den Naturwissenschaften wecken wollen. Ich kenne keinen anderen Industriebetrieb auf der Welt, der bisher darauf gekommen ist.

Warum ist es wichtig, ein Interesse für die Naturwissenschaften zu schaffen?

„Wir wollen eine Wohlfahrtsgesellschaft. Gesellschaftlicher Wohlstand setzt aber eine florierende Industrie voraus. Daher müssen wir der Globalisierung gewachsen sein. Unsere Produkte müssen einen höheren Wissensinhalt haben. Wir brauchen mehr Techniker – also Ingenieure und naturwissenschaftliche Experten – die in der Lage sind diese neuen Produkte zu erfinden, die wir nutzen können und mit denen wir der Zukunft gewachsen sind. Wenn nicht genug Ingenieure ausgebildet werden, bewegen wir uns in die falsche Richtung. Wir kommen ja nicht ohne hoch entwickelte Technologien aus. Unsere 

Gesellschaft basiert darauf.“

Sie sind Vorsitzender des Innovationsrådet, dem dänischen Rat für Innovation, und setzen sich in vielen Kontexten für die Förderung von Erfinder- und Unternehmergeist ein. Wird das auch zu einem Teil von Danfoss Universe?

„Diese Dimension, konkret zu veranschaulichen, wie aus einer Idee ein Geschäft wird, konnten wir bisher noch nicht einbeziehen. Im Park kann man aber sehen, wie mein Vater das gemacht hat. Es ist der Geburtsort meines Vaters und zugleich der Geburtsort von Danfoss. Man kann sein Büro sehen, das sein Kinderzimmer war, und außerhalb des Parks stehen die großen Fabriken. Danfoss wurde von Null gegründet von einem Mann, der fast keine Krone in der Tasche hatte – und das lässt sich ohne weiteres wiederholen! Mit dem Park möchten wir hierzu inspirieren.“

„Auf etwas längere Sicht haben wir ein ‚Fab Lab‘ geplant, so nennen wir es. Im Fab Lab wird man Modelle auf dem Computer designen und diese dann drucken können, und zwar nicht auf Papier, sondern mithilfe eines 3D-Druckers als dreidimensionale Kunststoffform. Der 3D-Drucker verwendet einen flüssigen Kunststoff, der mittels eines Laserstrahls gehärtet wird. Auf diese Weise entsteht Schicht für Schicht eine Figur aus gehärtetem Kunststoff. Das wird auch ‚Rapid Prototyping‘ genannt. Es dauert zwar seine Zeit den Prototypen zu drucken, geht aber 

viel schneller als würde man ihn auf einer Drehbank herstellen. Wir stellen uns damit vor, dass junge Menschen ihre Ideen mit dem Computer designen und das Produkt sofort herstellen können. Sie haben dann einen Prototyp, den sie versuchen können zu verkaufen – und falls das erfolgreich ist, können sie den nächste Schritt gehen und effektiver produzieren.“

„Ganz allgemein beschäftigen wir uns viel damit, wie man am besten und effektivsten lernt, sodass das Gelernte viele Jahre sitzt. Hier geht es um Kreativität und darum, dass beim Lernen mehrere Sinne einbezogen werden. Im Fab Labwird beispielsweise am Computer gearbeitet, mit den konkreten physischen Gegenständen. Es wird gelesen und etwas auf Video angesehen. Alles in allem lässt sich so vielleicht ein intensiverer Lernprozess erreichen.“

Wurde darüber nachgedacht, den Park an einen zentraleren Ort als Nordals zu verlegen?

„Wir haben mal ausgerechnet, dass wir doppelt so viele Besucher haben könnten, wenn wir den Park in Kliplev, also in unmittelbarer Nähe der E45, anlegen würden. Das war natürlich schon reizvoll. Aber es gibt nur einen Ort, an dem Danfoss begann, und das ist hier oben. Es wäre einfach nicht das gleiche, wenn man das Büro meines Vaters in Kliplev nachbilden würde. Das hat man ja auch schon von anderen Museen gehört: Nachbildungen und Imitate haben einfach nicht dieselbe Anziehungskraft wie das Original. Wir müssen also einfach an diesem Ort sein. Das ist unheimlich wichtig.“